Zum derzeitigen Stand der Schullandschaft in Niedersachsen

Veröffentlicht am 07.09.2012 in Landespolitik

Stichpunkte zur Bewertung der Schulstrukturreform der Landesregierung

  • Unter dem Namen Oberschule verbergen sich in Wirklichkeit zwei Schulformen. Erstens eine kooperative Haupt- und Realschule (mindestens zweizügig) und zweitens eine kooperative Haupt- und Realschule mit gymnasialem Zweig (mindestens dreizügig).
  • Durch die Bevorzugung der Oberschule als neue Regelschule ist ein fairer Wettbewerb zwischen den verschiedenen Schulformen nicht gewährleistet (Hauptproblem Zügigkeit, Oberschule darf zwei- bzw. dreizügig sein, IGS muss weiterhin fünfzügig sein, in nicht näher beschriebenen Ausnahmen auch vierzügig). IGSen bleiben zudem Angebotsschulen.
  • Die Oberschulen erhalten kein zusätzliches Personal. Sie werden zum Beispiel lediglich das bestehende sozialpädagogische Personal der fusionierten Haupt- und Realschulen übernehmen. Zusätzliches Personal ist nicht eingeplant.
  • Die Oberschulen sollen als teilgebundene Ganztagsschulen an den Start gehen. Ein ähnlicher Schritt ist für IGSen nicht vorgesehen (weiterer Wettbewerbsnachteil).
  • Das Oberschulkonzept erschwert die Neugründung von IGS?en, macht sie sogar unmöglich. Der Wunsch von Eltern und Schulträgern auf erleichterte Neueinrichtung von IGSen wird dadurch konterkariert.
  • Die Oberschule soll Haupt- und Realschulen nicht zwingend ersetzen. Alle bestehenden Schulen haben Bestandsschutz. Auf Wunsch der Schulträger sollen Haupt- und Realschulen zu Oberschulen fusionieren können ? allerdings ohne Elternbefragung. Es ist also möglich, Oberschulen gegen den Elternwillen einzurichten. Das bedeutet gleichzeitig, das Schulsystem in Niedersachsen wird weiter zersplittert, die Durch¬lässigkeit nimmt ab. Es wird keine neuen KGSen und auch keine neuen Haupt- oder Realschulen in Niedersachsen geben.
  • Die Oberschule ist nicht geeignet, das Bildungsgefälle zwischen Stadt und Land wirkungsvoll zu bekämpfen, da die Einrichtung eines gymnasialen Zweiges in der Praxis nur in den seltensten Fällen realisierbar ist.

aus:SPD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag -> http://www.gute-schule-niedersachsen.de/fakten/

 

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