Im Vergleich zu anderen Orten Niedersachsens steht Bad Zwischenahns Übernachtungstourismus gut da. Zu diesem Ergebnis kam der Arbeitskreis Touristik der SPD-Fraktion, nachdem Ratsherr Dietmar Meyer umfangreiches Material des statistischen Landesbetriebes vorgestellt hatte.
Er untersuchte für acht bedeutende Touristikorte Niedersachsens über den Zeitraum der letzten 16 Jahre die Entwicklung der Übernachtungszahlen, die Anzahl und Größe der Betriebe, die Bettenkapazität, die Auslastung der Betriebe und die Aufenthaltsdauer.
Anschließend diskutierte der Arbeitskreis anhand eines Thesenpapiers die mittelfristigen Folgen des demografischen Wandels für den Tourismus in Bad Zwischenahn.
Nach Auffassung des Arbeitskreises wächst die Bedeutung der Senioren im Tourismus rascher als ihr Anteil in der Bevölkerung. Die Senioren sind in der nahen Zukunft so etwas wie der „Wachstumsmotor“ des Tourismus. Dies gilt gleichermaßen für Urlaub, Kurzurlaub und für Tagesausflüge. Die steigende Mobilität und der Wandel im Reiseverhalten kompensieren die Effekte des demografischen Wandels (Bevölkerungsentwicklung, Altersstruktur), die über 65-Jährigen werden zur wichtigsten Zielgruppe, während gleichzeitig die Jüngeren deutliche Marktanteilsverluste verzeichnen. Dies ist als Vorteil für Bad Zwischenahn zu sehen, weil der Ort besonders von den 60- bis 80-Jährigen geschätzt wird. Die künftigen „jungen Alten“ sind aber anders als die heutigen „jungen Alten“, insbesondere sind sie flexibler, anspruchsvoller und Technik orientierter. Darauf müsse sich Bad Zwischenahn einstellen. Bad Zwischenahn kann sein Image maßgeblich durch den Internetauftritt beeinflussen. Die technologischen Möglichkeiten nehmen in hohem Tempo zu. Zurzeit wächst die Nutzung des Internets bei den gerade Pensionierten am stärksten.
Zunehmend wird das Internet durch mobile Geräte überall einsetzbar. Ein freies WLAN, flächendeckend im ganzen Ort, wäre ein wertvoller Service- und Image-Gewinn für Bad Zwischenahn. Moderne Betriebe haben die Bedeutung des Internets erkannt und stellen ihren Gästen kostenlos Internetverbindung zur Verfügung. Bei einer konkreten Suchanfrage für ein Doppelzimmer in Bad Zwischenahn musste Ratsherr Dietmar Meyer allerdings feststellen, dass nur 36 von 262 Betrieben für ihre Gäste eine Internetverbindung anbieten konnten. Ferner erhöht das Internet die Angebotstransparenz der Betriebe enorm, sodass qualitativ schlechte Anbieter unter Handlungsdruck kommen. Nur wer lernt, mit den „neuen Märkten“ umzugehen, wird langfristig in der Tourismusrealität einen Platz haben.
Im Zeichen des demografischen Wandels wird die Bedeutung der „Zielgruppe“ Radfahrer noch zunehmen, denn Radfahren ist besonders bei aktiven „Älteren“ beliebt. Die Zahl der verkauften Elektrofahrräder hat sich in Deutschland in den letzten Jahren jeweils vervielfacht und dieser Trend ist ungebrochen. Dank des E-Bikes können mehr Menschen „noch dabei sein“. Die Reichweite und Attraktivität von Radtouren steigt. Nach Auffassung des Arbeitskreises schöpft Bad Zwischenahn allerdings seine Möglichkeiten als Radlermetropole noch nicht optimal aus. Der Arbeitskreis nennt u.a. diese Beispiele:
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Die Infrastruktur ist verbesserungsbedürftig (z.B. schlechter Zustand der Flugplatzringstraße, lückenhafter Aueweg).
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Die sternförmige Anbindung aller Nachbarorte (Westerstede, Wiefelstede, Edewecht, Rastede, Oldenburg) müsste tourengerecht optimiert werden.
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In der ganzen Gemeinde sind nur 11 Betriebe als „Bett&Bike“-Betriebe ausgewiesen.
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Die E-Bike-Initiative des Busunternehmers Stefan Pfeiffer, der E-Bikes über die Kurverwaltung zur Ausleihe zur Verfügung stellt (die NWZ berichtete am 13.6.), ist sehr lobenswert, sollte aber nur der Anfang einer schnell fortschreitenden weiteren Entwicklung sein.