Oberschule mit gymnasialem Zweig kommt!

Veröffentlicht am 10.10.2012 in Fraktion

IGS bleibt SPD Forderung

In der Diskussion im Rat zur Einführung einer Oberschule hat die SPD Fraktion noch einmal deutlich gemacht, dass eine IGS die Schulform darstellt, die die SPD Bad Zwischenahn anstrebt. Da die schwarz-gelbe Landesregierung die Hürden für die Einführung einer IGS so erhöht hat, ist eine Beantragung zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich ist, wird sich bei einer Einführung einer Oberschule, nur für eine mit gymnasialem Zweig ausgesprochen.

Die SPD ist froh, dass ihr gemeinsamer Antrag mit den Grünen auch bei der FDP Zustimmung gefunden hat. Somit konnte eine Ratsmehrheit für die Einführung einer Oberschule mit  gymnasialem Zweig gefunden werden.

Vor allem die klaren und sachlichen Ausführungen zum besseren pädagogischen Konzept durch den Ratsherrn Henning Dierks überzeugten!

Die Verwaltung hatte zur Oberschule den Beschlussvorschlag ohne gymnasialem Zweig eingebracht. Diese Oberschule entspricht aber nicht der SPD Vorstellung. Daher haben die SPD Abgeordneten einen eigenen Antrag mit der Unterstützung der Grünen zur OBS mit gymnasialem Zweig gestellt. Im Schulausschuss fand nur eine OBS ohne gymnasialem Zweig die Mehrheit. Der Wortbeitrag vom Ratsherrn Henning Dierks (SPD) im Schulausschuss der Gemeinde Bad Zwischenahn am 11.09.2012 hier nachzulesen.

„Die SPD –Fraktion spricht sich grundsätzlich für eine Integrierte Gesamtschule in Bad Zwischenahn aus, weil sie unserer Ansicht nach die beste Schulform für unsere Kinder ist.

Eine bloße Zusammenlegung von Haupt- und Realschule zu einer Oberschule, so wie es die Verwaltung vorschlägt und die Schulen es unterstützen, lehnen wir nachwievor ab. Damit entwickeln wir den Schulstandort Bad Zwischenahn nicht weiter. Unsere Kinder werden von dieser Zusammenlegung kaum profitieren. Spätestens ab der siebten Klasse werden sie wie bisher getrennt nach Haupt- oder Realschulniveau unterrichtet. Eltern müssen sich weiterhin zu früh entscheiden, welche Schulform ihr Kind besuchen soll. Für die eine Schulform wird die Klassengröße kleiner, für die andere größer. Also unterm Strich kein Gewinn. Wo sind die Vorteile dieser verbundenen Haupt- und Realschule – jetzt „Oberschule“ -  für unsere Kinder und für die Eltern?

Als Vorteile und Entscheidungskriterien wurden uns bisher benannt:

-  Die Frage der Schulform hat entscheidenden Einfluss auf die weitere Abwicklung und Planung der Baumaßnahmen Sanierung Realschulgebäude.

- In anderen Gemeinden hat es vor der Einrichtung der Oberschulen verbundene Haupt- und Realschulen gegeben, also sollte erst eine OBS ohne gymnasialen Schulzweig gebildet werden.

- Die Zusammenlegung von Haupt- und Realschule bedeutet viel zusätzliche Arbeit und Umdenken für die Lehrer. Hinzu käme die Umstellung auf die Ganztagsschule sowie später die Einführung der Inklusion. Es wird vor einer Überforderung der Lehrer gewarnt.

So steht es kurz zusammengefasst im Protokoll der letzten Schulausschusssitzung. Mit keiner Silbe wird jedoch darauf eingegangen, was eigentlich für unsere Kinder die beste Entscheidung ist. Mit keinem Satz wird gesagt, aus welchen Gründen die Oberschule ohne gymnasialen Schulzweig das beste pädagogische Konzept ist. Die Prioritäten sind aus meiner Sicht völlig falsch gesetzt. In erster Linie muss es um die Kinder gehen. Sie dürfen bei allen Überlegungen nicht am Ende, sie müssen am Anfang aller Überlegungen stehen.

Aus pädagogischen Gründen und aus Sicht der Kinder ist unseres Erachtens die IGS die beste Schulform für Bad Zwischenahn. Wir wissen aber auch, dass diese Schulform gegenwärtig nicht umsetzbar ist.

Deshalb haben wir als Kompromiss die Oberschule mit gymnasialem Schulzweig vorgeschlagen.

Aus folgenden Gründen:

1. Der Bildungsweg bleibt länger offen.

2. Viele Eltern müssen sich nicht zu früh entscheiden, ob ihr Kind Abitur machen soll oder nicht.

3. Dadurch wird von den Kindern Druck genommen, weniger Frustration ist die Folge, insbesondere bei denjenigen Schülern, die entgegen der Empfehlung auf das Gymnasium geschickt wurden und dort völlig überfordert sind.

4. Die zeitlich unterschiedlichen Persönlichkeitsentwicklungen von Kindern werden eher berücksichtigt.

5. Schafft ein Kind den gymnasialen Zweig an der Oberstufe nicht, verbleibt es dennoch an der gleichen Schule. Das soziale und freundschaftliche Umfeld bleibt erhalten. Er bleibt sogar in seiner alten Klasse. Ein Schüler, der am Gymnasium scheitert, muss die Schule wechseln und kommt erst einmal in „eine andere Welt“ mit allen Eingliederungsproblemen, die damit verbunden sind.

6. Die Landesschulbehörde hat erklärt, dass eine OBS mit gymnasialem Schulzweig unter pädagogischen Gesichtspunkten sinnvoll ist.

7. An einer Oberschule mit gymnasialem Schulzweig besteht die Chance, das Abitur nach zwölf Jahren machen zu können. Bei der jetzt vorgeschlagenen verbundenen Haupt- und Realschule kann das Abitur frühestens nach dreizehn Jahren gemacht werden. Das ist nicht gerecht und widerspricht der Chancengleichheit.

8.  Die Erfahrung vergangener Schulstrukturreformen zeigt, dass es mit dem Wegfall einer Schulform zu einer Veränderung der Übergangsquoten zugunsten der Schulen mit höherem Bildungsabschluss kommt. Eine OBS mit gymnasialem Schulzweig könnten diesem Trend widerstehen, weil sie eine gleichwertige und attraktive Schule wäre (Beispiele: Stigmatisierung von Hauptschülern). Ziehen wir die Lehren aus der Vergangenheit.

9.  Unser Kompromissvorschlag eröffnet ebenfalls das sofortige Zusammengehen der beiden Schulen sowie die Einrichtung der Ganztagsschule auch für die Realschule. Wir spekulieren eben nicht auf die nächste Landtagswahl, wir warten nicht ab.

10. Durch die Einführung des gymnasialen Schulzweiges entsteht Mehraufwand für die Lehrkräfte, der jedoch angesichts der Vorteile vertretbar ist. Der gymnasiale Zweig würde zudem frühestens in drei Jahren richtig beginnen. Das ist noch eine Menge Zeit.

11. Im Übrigen sollen die besonders kompetenten Schüler ja auch bei einer OBS ohne gymnasialen Schulzweig so gefördert werden, dass sie jederzeit die Möglichkeit haben, an das Gymnasium zu wechseln und dort zu bestehen. Also macht es doch Sinn, gleich einen gesonderten gymnasialen Zweig mit anzubieten.

12. Das Gymnasium hat durch die OBS mit gymnasialem Schulzweig keine Nachteile. Die bisherigen Erfahrungen in anderen Kommunen, wie z.B. Westerstede oder auch in Oldenburg, zeigen, dass die Schülerzahlen an den bestehenden Gymnasien nicht zurückgehen.

13. OECD-Bericht/ Vodafone – Stiftung: Es steht weiterhin schlecht um die Chancengleichheit in Deutschland. Kinder aus bildungsfernen Familien schaffen es hierzulande viel seltener ans Gymnasium und ins Studium als Mitschüler aus dem Bildungsbürgertum.

Diese Auflistung verdeutlicht, dass eine OBS mit gymnasialem Schulzweig Vorteile gegenüber einer verbunden Haupt- und Realschule hat, insbesondere in pädagogischer Hinsicht.

Wir bitten deshalb erneut um Ihre Zustimmung für unseren Kompromissvorschlag.“

 

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